iMobility: Das Thema Laden gewinnt an Bedeutung

Electrify-BW zieht nach vier Tagen Dauereinsatz auf der Messe iMobility in Stuttgart ein positives Fazit. „Wir haben unzählige Gespräche und Diskussionen mit aufgeschlossenen Besuchern geführt“, fasst der Vereinsvorsitzende Andreas Hohn den ersten Messeauftritt nach zweijähriger Corona-Pause zusammen.

Dass sich der Elektromotor im Automobil immer stärker durchsetzt, lässt sich nicht nur anhand der Zulassungszahlen belegen. Die Abkehr von fossilen Krafstoffen und die Hinwendung zu sauberem Strom als „Kraftquelle“ ist zwischenzeitlich in breiten Kreisen der Bevölkerung angekommen. Die Frage, ob die E-Mobilität überhaupt funktionieren kann, war vor fünf oder sechs Jahren noch dominant. Aktuell wird sie nicht mehr gestellt.

Was auf den Nägeln brennt

Stattdessen brennen den Menschen andere Themen im Zusammenhang mit der Mobilitätswende auf den Nägeln. Dominant ist hier zu nennen: Wie lade ich zu Hause mein E-Auto? Die Antwort darauf kann nur lauten: Kommt drauf an, wie Sie wohnen. Denn ein Stromanschluss zum Aufladen eines Elektroautos ist von der individuellen Wohnsituation und der Zahl der anzuschließenden Ladepunkte abhängig. Dieses Thema hat Ralf Wagner als Mitglied bei Electrify-BW in zwei Vorträgen prägnant beleuchtet. Und mehrere Faustregeln deutlich herausgestellt:

  • „Das E-Auto nicht dauerhaft an einer Schukosteckdose aufladen, denn für eine derartige Dauerbelastung sind sie nicht geeignet.“
  • „Lassen Sie sich vom Elektriker Ihres Vertrauens beraten.“
  • „Vermeiden Sie Alleingänge. Suchen Sie in Mehrfamilienhäusern nach Mitstreitern für die Nachrüstung von sogenannten Wallboxen. Das erleichtert und beschleunigt die Umsetzung.“

Das Thema des Referenten passte hervorragend, denn auf der iMobility präsentierten sich in Halle 8 nicht nur Forschungsprojekte (wie ein Brennstoffzellen-Lkw) und mehrere Autohäuser (deren Vorführfahrzeuge Hunderte Kilometer emissionsfrei rund um die Landesmesse absolvierten). Auch zahlreiche Ladestations-Anbieter für das kleine wie auch das große Umfeld präsentierten praxistaugliche Lösungen für das Laden auf Parkplätzen und in Tiefgaragen.

Die Strahlkraft von Tesla

Am Stand von Electrify-BW zeigte sich, dass der Elektroautopionier Tesla noch nichts an seiner Strahlkraft eingebüßt hat. Das vom Stuttgarter Autovermieter Carvia bereitgestellte Model Y war an allen Messetagen von Interessenden dicht umlagert. Mitglied Georgios Skempes brachte Besucher in zwei Vorträgen auf den aktuellen Stand der Technik im Elektroautobau, und zwei Smart ED erhielten während der Ausstellung von Ulrich Schmid ein Solarpaneel als neues Dach.

Ein weiterer Anziehungspunkt waren die elektrisch angetriebenen Zweiräder: zwei Maschinen der Marke Zero, die von unseren Mitgliedern schon mehrere Zehntausend Kilometer bewegt wurden, ein Kumpan Roller, der 100 km/h Höchstgeschwindigkeit erreicht, ein älterer Roller, der seine Energie noch aus Bleibatterien abruft und eine neue Maschine des schwedischen Herstellers RGNT im Retro-Look. Was dort immer wieder Thema war: Viele Motorrad-Fans stehen auf „Sound“. Genau deswegen dürfen sie aber längst nicht mehr an allen Wochentagen auf allen Strecken unterwegs sein. Das könnte sich mit flüsterleisen, aber spurtstarken E-Motorrädern wieder ändern.

Lob für den iMobility-Ausstellermix

Andreas Hohn lobt den „sehr guten Ausstellermix“ der ersten Nach-Corona-Ausgabe der in nur wenigen Wochen organisierten Messe iMobility. „Wir hoffen natürlich, dass wir für 2023 längerfristig planen können“, sagt Hohn. Als Wermutstropfen bezeichnet der Vorsitzende von Electrify-BW die Abstinenz des größten Stuttgarter Autoherstellers: „Es wäre schön gewesen, wenn Daimler Elektromodelle wie zum Beispiel den EQE präsentiert hätte.“ Umso positiver hervorzuheben sei das Engagement etwa von Volkswagen. „Wenn alle Hersteller so rührig wären, dann wäre ich zuversichtlich für die Zukunft der deutschen Automobilindustrie.“

Das Thema Ladeinfrastruktur in Mehrfamilienhäusern hat Electrify-BW bereits hier und hier ausführlich erörtert.

Unter anderem waren diese Aussteller mit Ladelösungen auf der iMobility präsent:

chargeBIG
OLI Move
enisyst GmbH
Aqueduct Ladesystem

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